Björn Lambertz
 - 20. August 2020

Arbeitserlaubnisscheine für Instandhaltungsarbeiten: So schaffen Sie Sicherheit

Von Instandhaltungsmaßnahmen in Kraftwerk und Co. gehen eine Vielzahl von Gefahren aus. Interne wie externe Instandhalter sind je nach Auftrag Gefährdungen wie Hitze, Höhe oder Enge ausgesetzt. Um Ihre Mitarbeiter zu schützen und die Unfallgefahr auf ein Minimum zu reduzieren, müssen Sie vor einer anstehenden Maßnahme eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, deren Ergebnisse Sie in Arbeitserlaubnisscheinen festhalten.

Was genau solche Scheine ausmacht und wie Sie aufgebaut sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Warum sind Arbeitserlaubnisscheine notwendig?

Bei Instandhaltungsarbeiten jeglicher Art gibt es eine Vielzahl an Besonderheiten und Maßnahmen, die Sie und Ihre Mitarbeiter beachten und einhalten müssen. Sie alle werden auf Arbeitserlaubnisscheinen detailliert aufgeführt. Instandhalter können sich an Erlaubnisscheinen orientieren und laufen nicht Gefahr, wichtige Sicherheitsmaßnahmen zu übersehen. Ausgabestelle für die Scheine sind in der Regel Messwarten.

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Sie können Arbeitserlaubnisscheine auch als Absicherung betrachten, mit der Sie im Falle eines Unfalls nachweisen können, dass Sie alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben. Dazu sollten Sie Unterschriften aller Beteiligten einfordern. Ihre Mitarbeiter versichern so, alle Maßnahmen zur Kenntnis genommen und verstanden zu haben.

Arbeitserlaubnisscheine sind nicht für jede kleinere Instandhaltung erforderlich. Für folgende Maßnahmen sind sie aber unverzichtbar:

  • Heißarbeiten (z. B. Schweißarbeiten)
  • Gerüstarbeiten und andere Arbeiten in Höhe
  • Arbeiten mit Gefahrstoffen
  • Abrissarbeiten (insbes. in Verbindung mit asbesthaltigen Materialien)
  • Transport von Sondermüll
  • Arbeiten in der Nähe von gefährlichen Strahlungsquellen

So sollte ein Arbeitserlaubnisschein aufgebaut sein

Ein Arbeitserlaubnisschein beschreibt sämtliche Gefährdungen, die von einer Instandhaltungsmaßnahme ausgehen sowie entsprechende vorbeugende Maßnahmen. Die Scheine zielen darauf ab, die Sicherheit aller Beteiligten zu wahren.

Gleichzeitig dienen sie dazu, externes Personal zu unterweisen. Der Arbeitserlaubnisschein sollte eine Unterweisung vor Ort aber auf keinen Fall ersetzen, sondern lediglich unterstützen.

Wie genau Erlaubnisscheine aussehen, bleibt Ihnen überlassen – einen gesetzlichen Standard gibt es nicht. Auf folgende Punkte sollten Sie allerdings achten, wenn Sie eine Vorlage erstellen:

  • Klare und nachvollziehbare Gliederung
  • Kopfteil: Arbeitsort und -auftrag, Art der Tätigkeit, Gültigkeit des Scheins
  • Auflistung aller potenziellen Gefährdungen
  • Sowie entsprechende Schutzmaßnahmen
  • Arbeitserlaubnisscheine sind nur mit Unterschriften aller Beteiligten gerichtsfest

Sie können sich auf den Internetseiten der Berufsgenossenschaften auch Vorlagen für typische Arbeiten herunterladen.

Arbeitserlaubnisscheine in der Instandhaltung

Abbildung 1: So sieht bspw. die Vorlage für einen Heißarbeitsschein der BASF aus.

Arbeitserlaubnisscheine sind meist nur für die Dauer einer Schicht gültig. Konnte die zu verrichtende Arbeit bis zum Ende der Schicht nicht fertiggestellt werden, benötigt der Instandhalter zu Beginn der nächsten Schicht einen Verlängerungsschein.

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Fazit

Damit Instandhaltungsarbeiten so sicher wie möglich ablaufen und Mensch und Maschine unversehrt bleiben, müssen alle Beteiligten entsprechende Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Dazu werden sie übersichtlich auf einem Arbeitssicherheitsschein zusammengefasst. Mit ihrer Unterschrift bestätigen Ihre Mitarbeiter, die Anforderungen gelesen und verstanden zu haben.

Mithilfe von Arbeitserlaubnisscheinen können Sie im Falle eines Unfalls nachweisen, dass Sie alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen eingeleitet haben.

Haben Sie Fragen zu dem Thema? Melden Sie sich gerne bei uns. Wir beraten Sie in einem unverbindlichen Gespräch.

Björn Lambertz

Björn Lambertz

Mein Name ist Björn Lambertz und ich bin begeisterter SAP Consultant bei mindsquare. Wie meine Kollegen habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

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