Björn Lambertz
 - 28. September 2020

So erhöhen Sie die Sicherheit während Heißarbeiten

So meistern Sie die Gefährdungsbeurteilung in der Instandhaltung

Heißarbeiten wie Schweißen oder Löten verursachen hohe Temperaturen am Arbeitsplatz. Wenn Sie die daraus resultierenden, potenziellen Risiken durch Funken und Hitze unterschätzen und nicht die richtigen Schutzvorkehrungen treffen, können schwere Verletzungen die Folge sein. Wie können Sie also den Schutz Ihrer Mitarbeiter gewährleisten? Antworten auf diese Frage finde Sie in diesem Beitrag.

Was ist unter Heißarbeiten zu verstehen?

Unter Heißarbeiten sind alle Arbeiten zu verstehen, bei denen eine stärkere Hitzeentwicklung entsteht. Dazu gehören u. a.:

  • Schweißen
  • Schneidearbeiten
  • Anwärmen
  • Löten
  • Heizen

Heiß- oder Feuerarbeiten werden eingesetzt, um Stoffe miteinander zu verbinden oder zu trennen oder um sie verarbeitungsfähig zu machen wie beispielsweise Teer. Heißarbeiten werden auch in Zuge von Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt, wenn bspw. eine Reparaturschweißung erforderlich ist.

Diese Gefahren verbergen sich hinter Heißarbeiten

Bei Heißarbeiten kommen Mitarbeiter mit sehr hohen Temperaturen in Kontakt. Diese bergen Risiken für Mitarbeiter, da die Brandgefahr hoch ist und Feuer oder Hitze zu schweren Verletzungen führen können. Hautverbrennungen im Gesicht, an Händen oder Beinen sowie Schäden an den Augen durch Blendung können ohne ausreichend Schutzkleidung die Folge sein.

Sicherheit bei Heißarbeiten wie Schweißen kann durch verschiedene Maßnahmen wie die Verwendung von Heißarbeitsscheinen erhöht werden

Abbildung 1: Bei Schweißarbeiten stellen Funken eine große Gefährdung dar.

Schutzmaßnahmen wie persönliche Schutzausrichtung (PSA) sind deswegen unabdingbar. Dabei sollte die Kleidung dem Mitarbeiter angepasst sein – zu kleine oder große Schutzkleidung bietet einen unzureichenden Schutz! Improvisationen während der Heißarbeit stellen eine weitere Gefährdung dar und sollten unbedingt vermieden werden – falls Probleme auftreten, sollen Mitarbeiter diese melden. Zudem ist es absolut notwendig, dass nur erfahrene und geschulte Mitarbeiter die Heißarbeiten vornehmen.

Des Weiteren stellt die unzureichende Vorbereitung der Heißarbeit eine Gefahrenquelle dar. Ohne Gefährdungsanalyse und -beurteilung kann der zuständige Mitarbeiter nicht auf die Gefahren hingewiesen und entsprechend vorbereitet werden. Auf der Gefährdungsbeurteilung aufbauend wird das Arbeitserlaubnis- oder auch Freigabeverfahren entwickelt.

Arbeitserlaubnis: Was ist ein Heißarbeitsschein und warum ist dieser so wichtig?

Der Heißarbeitsschein (auch Feuerarbeitsschein) ist ein spezieller Arbeitserlaubnisschein, der für Bereiche mit Brand- und Explosionsgefahr explizit gefordert wird. Der Schein wird schriftlich von einer verantwortlichen Person ausgestellt. Ohne solch einen Schein dürfen Heißarbeiten nicht durchgeführt werden.

Der Verantwortliche stellt mit dem Heißarbeitsschein fest, welches Brandrisiko besteht, wie groß der Gefahrenbereich ist und welche entsprechenden Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen. In der Erlaubnis werden u. a. folgende Punkte festgehalten:

  • Ort und Zeit der Heißarbeit
  • Welche Art von Arbeit mit welcher Ausführung durchgeführt wird
  • Wie groß der Umfang ist
  • Welche Schutzmaßnahmen durchgeführt werden müssen

Zudem muss der Freigabeschein den Namen des Aufsichtsführers und die Unterschrift des Beauftragten beinhalten. Freigabescheine wie Heißarbeitsscheine müssen dokumentiert und aufbewahrt werden. Mit einer digitalen Anwendung sind Sie in der Lage, alle Freigabescheine einzusehen und einen neuen Schein elektronisch mit einer digitalen Unterschrift auszustellen.

7 Schritte zur Gefährdungsbeurteilung

7 Schritte zur Gefährdungsbeurteilung

Wäre Arbeitsschutz ein Haus, wären die Gefährdungsbeurteilungen das Fundament. In diesem Whitepaper beschreiben wir die 7 Schritte zur Gefährdungsbeurteilung!

Zusammengefasst: Mit diesen Schritten ist die Sicherheit gewährleistet

Wie bereits betont, stellt bei Heißarbeiten vor allem die Vorbereitung eine wichtige Schutzmaßnahme dar. Zunächst müssen Heißarbeiten gemäß der Brandschutzordnung angemeldet und bei größeren Arbeiten auch überwacht werden. In Unternehmen übernimmt die Überwachung meist die Brandwache. Eine weitere Vorbereitung ist die Arbeitsfreigabe und schriftliche Genehmigung (Heißarbeitsschein) durch einen Verantwortlichen.

Zudem muss eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden, damit sich Ihre Mitarbeiter im Klaren sind, welchen Gefahren sie während der Arbeit ausgesetzt sind und wie die entsprechenden Schutzmaßnahmen aussehen.

Bei der Sicherheit bei Heißarbeiten sind Absprachen unerlässlich

Abbildung 2: Die Absprache zwischen Verantwortlichen und Mitarbeiter ist unverzichtbar.

Stellen Sie sicher, dass der Arbeitsplatz und die -umgebung frei von vermeidbaren Gefährdungen sind. Kontrollieren Sie bspw. Brandlasten, Atemluft und Explosionsgefahr. Entfernen Sie brennbare Stoffe aus dem Gefahrenbereich. Dichten Sie zudem Öffnungen, Fugen und Ritzen ab, die in andere Räume führen. Und achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter während der Arbeit nicht auf ihre persönliche Schutzausrüstung verzichten.

Improvisieren Sie bei Problemen nicht, sondern kommunizieren Sie diese unverzüglich. Stellen Sie während der Heißarbeit Löschgeräte bereit und bei besonders gefährdeten Bereichen eine Brandwache auf. Kühlen Sie zudem durch Wärmeleitung gefährdete Bauteile mit Wasser oder anderen Kühlstoffen.

Nachdem Sie die Heißarbeit durchgeführt haben, stellen Sie sicher, dass die Schutzeinrichtungen, die vorher entfernt wurden, wieder aufgestellt werden und lassen Sie bei größeren Arbeiten die Brandwache noch nachträgliche Kontrollen durchführen.

Gewährleisten Sie einen hohen Sicherheitsstandard bei Heißarbeiten

Bei Heißarbeiten ist die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter der wohl wichtigste Punkt. Stellen Sie also vor der Arbeit sicher, dass die entsprechenden Schutzvorkehrungen getroffen wurden und auch währenddessen eingehalten werden. Vergessen Sie nicht, dass besonders Heißarbeiten ein hohes Unfallrisiko darstellen. Eine wichtige Sicherheitsmaßnahme bildet der Erlaubnisschein, mit dem Sie die Arbeit freigeben und die Gefährdungen sowie Schutzvorkehrungen bestimmen.

Haben Sie Interesse an einem digitalen Erlaubnisscheinsystem bei Instandhaltungsmaßnahmen oder allgemeine Fragen zur Sicherheitsgewährleistung rund um Heißarbeiten? Dann kontaktieren Sie mich gerne.

Björn Lambertz

Björn Lambertz

Mein Name ist Björn Lambertz und ich bin begeisterter SAP Consultant bei mindsquare. Wie meine Kollegen habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie mich!



Das könnte Sie auch interessieren

Sie möchten im SAP PM-IS Ihre Prozesse in der Instandhaltung analysieren, tiefere Einblicke in die Kostentreiber bekommen und ein Frühwarnsystem, welches Sie über Ausnahmesituationen frühzeitig informiert? In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Möglichkeiten dazu von SAP selbst bereitgestellt werden und […]

weiterlesen

Um bei der richtigen Entscheidung und der Umsetzung der perfekten Instandhaltungsstrategie zu helfen, wird in diesem Beitrag erklärt, was genau die verschiedenen Arten der industriellen Instandhaltung unterscheidet.

weiterlesen

Kennen Sie schon die Möglichkeit, Ihre Instandhaltungsaufträge als Folgeaufträge anzulegen? Mit diesem praktischen Feature können Sie aufeinander aufbauende Aufträge im SAP einfach kennzeichnen. Wie aber sieht das benötigte ABAP-Coding aus, um diese Beziehung auszulesen? Im folgenden Artikel zeige ich Ihnen, […]

weiterlesen

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus. Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.





Angebot anfordern
Preisliste herunterladen
Expert Session
Support
Suche