Asset Lifecycle Management

Asset Lifecycle Management bezeichnet die umfassende Verwaltung von Vermögenswerten. Im betriebswirtschaftlichen Kontext sind damit häufig Anlagegüter in der Produktion gemeint. SAP stellt hierfür mehrere Lösungen zur Verfügung.

Der Begriff Asset Lifecycle Management ist in der Literatur nicht eindeutig definiert. Teils ist auch von Asset Management oder Plant Asset Management (PAM) die Rede. Wir konzentrieren uns in diesem Artikel auf letzteren Bereich, der sich mit der Verwaltung von Anlagegütern in der Fertigung befasst.

Der Lebenszyklus (Lifecycle) von Produktionsanlagen und Maschinen umfasst im Allgemeinen folgende Phasen:

  • Phase 1: Planung
  • Phase 2: Technische Spezifikation bzw. Entwicklung (Engineering)
  • Phase 3: Beschaffung
  • Phase 4: Inbetriebnahme
  • Phase 5: Betrieb inkl. Instandhaltung
  • Phase 6: Entsorgung und Austausch

Der wichtigste und längste Teil des Lebenszyklus ist im Regelfall der Betrieb samt Instandhaltung. Daher konzentrieren sich Instandhaltungslösungen insbesondere auf das Management dieser Phase. Ein Beispiel für entsprechende Software ist das SAP Enterprise Asset Management (SAP EAM).

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Ziele von Asset Lifecycle Management

Asset Lifecycle Management verfolgt mehrere Ziele. Vorrangig soll es die Effizienz und Zuverlässigkeit von Anlagen steigern, Ausfallzeiten minimieren und den Ersatzbedarf senken. Gleichermaßen sorgt der Ansatz für eine Werterhaltung oder sogar eine Wertsteigerung. Letzteres lässt sich durch eine Nutzungserweiterung realisieren.

Um all diese Ziele zu erreichen, werden im Asset Lifecycle Management mehrere Mechanismen angewandt. Ein wichtiger Punkt ist hierbei die Erzeugung und Bereitstellung von Informationen, um die aktuelle „Asset-Gesundheit“ zu messen und den weiteren Verlauf zu prognostizieren. Bedeutsam ist zudem die Organisation des Anlageneinsatzes und der relevanten Instandhaltungsaktivitäten. Diese Maßnahmen greifen über den gesamten Asset-Lebenszyklus hinweg und werden in einer Asset-Historie dokumentiert.

Software-Anforderungen (im Rahmen von Industrie 4.0)

Asset Lifecycle Management erfolgt heute softwaregestützt. Zunehmend kommen hierbei moderne Technologien aus den Bereichen IoT (Internet of Things) und künstliche Intelligenz zur Anwendung.

Im Wesentlichen werden hierbei Sensoren eingesetzt, um den Zustand von Anlagen und Maschinen zu überwachen. Die Sensordaten werden in Echtzeit (oder Near-Real-Time) an die Instandhaltungssoftware übertragen. Hier werden die Parameter entweder manuell überwacht oder von künstlicher Intelligenz ausgewertet.

In letzterem Fall erkennt ein Algorithmus bestimmte Zustände, die auf bevorstehende Störungen oder in Kürze fällige Wartungsarbeiten hindeuten. Daraus werden wiederum Instandhaltungsvorschläge generiert. Für diesen Ansatz hat sich der Begriff „Predective Maintancance“ (vorausschauende Instandhaltung) etabliert.

Funktionen

Insgesamt enthält Software für das Asset Lifecycle Management meist folgende Funktionen:

  • Abbildung technischer Anlagen und Anlagenstrukturen
  • Kapazitäts- und Terminplanung
  • Planung und Beauftragung wiederkehrender Tätigkeiten (insbesondere Inspektionen und Wartungen)
  • Erfassung von Störungen (manuell oder über Sensordaten; siehe oben)
  • Beseitigung von Störungen
  • Ggf. Tools für die mobile Instandhaltung

SAP-Lösungen für das Asset Lifecycle Management

SAP ist einer der führenden Software-Anbieter in den Bereichen Asset Lifecycle Management und Instandhaltung. Unter dem Sammelbegriff „SAP Intelligent Asset Management“ (bzw. SAP Enterprise Asset Management) bündelt der Walldorfer Softwarekonzern mehrere Anwendungen für das Anlagenmanagement. Zu nennen sind:

Betrachten wir diese Lösungen im Folgenden genauer.

SAP Asset Intelligence Network

SAP Asset Intelligence Network ist eine Cloud-Plattform, auf der Anlagenhersteller und Anlagenbetreiber Informationen austauschen können. Die Hersteller können beispielsweise Handbücher, Dokumente und Wartungsstrategien bereitstellen. Von Betreiberseite werden hingegen Auslastungs- und Fehlerdaten übermittelt, wodurch sich individuelle Serviceangebote realisieren lassen.

SAP Asset Strategy and Performance Management

SAP Asset Strategy and Performance Management ist für die Messung der aktuellen Anlagenleistung verantwortlich. Zu diesem Zweck verarbeitet die Anwendung Daten aus dem Internet of Things. Auf dieser Basis nimmt die Software Kritikalitätsbewertungen und die Segmentierung von Anlagen vor. Diese Informationen können wiederum genutzt werden, um die Wartungsstrategie zu optimieren.

SAP Predictive Maintenance and Service

SAP Predictive Maintenance and Service ist ein weiteres wichtiges Tool für das Asset Lifecycle Management. Es ermöglicht eine vorausschauende Wartung von Maschinen und Anlagen auf Grundlage von Echtzeitinformationen aus dem IoT. Notwendige Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen lassen sich somit besser prognostizieren und planen. Ebenso sinkt das Risiko von Stillständen.

Doch nicht nur Betreiber, sondern auch Hersteller können von dem Werkzeug profitieren. Da sich auch entfernt stehende Anlagen überwachen lassen, sind beispielsweise kundenindividuelle Service-Strategien realisierbar.

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SAP Asset Manager

SAP Asset Manager ist eine mobile, cloudbasierte Anwendung, die sich vordergründig an Unternehmen mit räumlich verteilten Anlagen richtet. Mit dem SAP Asset Manager lassen sich alle relevanten Daten für die mobile Instandhaltung austauschen.

Die Anwendung ist mit allen zuvor genannten SAP-Produkten und auch mit SAP ERP sowie SAP S/4HANA kompatibel. Via App (iOS und Android) werden den Instandhaltungsmitarbeitern zahlreiche Funktionen zu Verfügung gestellt. Nur einige Beispiele sind:

  • Instandhaltungsaufträge abrufen und Instandhaltungsmeldungen erfassen
  • Technische Anlagendaten abrufen
  • Kontextbezogene Visualisierung (auch in 3D)
  • Zeitrückmeldung
  • Erfassen von Zählerständen und Messwerten
  • Geografisches Infosystem
  • Dokumente abrufen und hochladen
  • Routen und Touren managen
  • Management von Ersatzteilen
  • Einsätze von Instandhaltungsteams koordinieren

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Der SAP Asset Manager berücksichtigt darüber hinaus den Umstand, dass nicht immer eine Netzwerkverbindung zur Verfügung steht. Er ermöglicht es daher, auch Offline-Anwendungsfälle abzubilden. Vorhandene Anlagen- und Arbeitsdaten lassen sich somit entweder online oder offline verwalten. Sobald wieder eine Netzwerkverbindung zur Verfügung steht, erfolgt die Synchronisation mit dem Backend-System.


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