Das Jahr 2030 klingt nach Zukunft, doch für SAP CS Anwender ist der Handlungsbedarf bereits jetzt dringend. Das Ende der Nutzungsrechte bedeutet nämlich nicht, dass das alte System einfach durch ein neues ersetzt werden kann. Wer jetzt Klarheit schafft, hat noch Zeit, die passende Nachfolgelösung zu finden und die Umstellung Schritt für Schritt umzusetzen.
Was bedeutet das SAP-CS-Wartungsende 2030?
SAP Customer Service unterstützt Unternehmen bei der Abwicklung operativer Serviceprozesse. Dazu zählen unter anderem Service- und Servicemeldungen, Serviceaufträge, Serviceverträge, Garantien, technische Objekte und die Abrechnung von Serviceleistungen. Die Funktionen sind dabei häufig mit anderen Bereichen der SAP-Landschaft verbunden, beispielsweise mit den Bereichen Vertrieb, Logistik, Instandhaltung sowie Finanz- und Controllingprozessen.
Im SAP-S/4HANA-Umfeld gehört der klassische Customer Service zu den Funktionen des Compatibility Scope. SAP hat die Nutzungsrechte für CS über den ursprünglich vorgesehenen Zeitraum hinaus bis Ende 2030 verlängert. Für Unternehmen ist dabei eine wichtige Unterscheidung relevant: Technische Lauffähigkeit und zulässige Nutzung sind nicht dasselbe. Ein System kann nämlich technisch weiterhin funktionieren, auch wenn das Nutzungsrecht für bestimmte Compatibility-Scope-Funktionen ausläuft.
2030 ist kein Starttermin, sondern die Deadline für die Ablösung von SAP CS. Damit das gelingt, müssen die Weichen deutlich früher gestellt und die Transformation rechtzeitig gestartet werden.
Wir begleiten Sie bei der Erstellung einer Roadmap zur Ablösung von SAP CS unter S/4HANA und planen mit Ihnen die nächsten Schritte.
Warum sollten Unternehmen jetzt handeln?
2030 klingt zunächst weit entfernt. Für Unternehmen mit einer umfangreichen SAP-CS-Landschaft kann die verbleibende Zeit jedoch schnell knapp werden.
Der Grund: Die Ablösung von CS ist in der Regel kein reiner Softwarewechsel. Zu Beginn muss geklärt werden, welche Funktionen und Prozesse heute tatsächlich genutzt werden und welche Anforderungen künftig bestehen.
Dabei sollten unter anderem folgende Fragen geklärt werden:
- Welche CS-Funktionen werden heute tatsächlich genutzt?
- Welche Geschäftsprozesse hängen davon ab?
- Welche Systeme und Schnittstellen sind betroffen?
- Welche Eigenentwicklungen greifen auf CS-Funktionen oder -Daten zu?
- Welche Daten müssen langfristig verfügbar bleiben?
- Welche Anforderungen haben die Fachbereiche an den zukünftigen Service?
Diese Bestandsaufnahme schafft die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen.
SAP CS ablösen: Was kommt danach?
Eine allgemeingültige Nachfolgelösung gibt es nicht. Welche Zielarchitektur sinnvoll ist, hängt unter anderem von den bestehenden Serviceprozessen, der Systemlandschaft und den Anforderungen der Fachbereiche ab.
Eine wichtige Option ist SAP S/4HANA Service. Diese Lösung bietet moderne Funktionen zur Abbildung von Serviceprozessen innerhalb der S/4HANA-Welt. Je nach Geschäftsmodell können daneben auch CRM-, Customer-Service- oder Field-Service-Lösungen eine Rolle spielen. Ebenso sind Kombinationen verschiedener Systeme möglich.
Entscheidend ist deshalb nicht die Frage „Welches Produkt ersetzt SAP CS?“, sondern „Wie soll unser Kundenservice künftig funktionieren?“. Aus dieser Frage ergibt sich, welche Funktionen wo abgebildet werden sollten. Für ein Unternehmen kann SAP S/4HANA Service die passende Zielplattform sein. Für ein anderes Unternehmen kann eine Kombination aus ERP-Servicefunktionen, CRM und Field-Service-Lösungen besser geeignet sein.
Die Ablösung von SAP CS bedeutet auch nicht automatisch, dass die gesamte CRM-Landschaft ersetzt werden muss. CS und CRM können unterschiedliche Aufgaben übernehmen und miteinander verbunden sein. Welche Variante sinnvoll ist, lässt sich deshalb erst nach einer Betrachtung der bestehenden Prozesse und Systemabhängigkeiten beurteilen.
Was Unternehmen jetzt prüfen sollten
Eine strukturierte Bestandsaufnahme ist der erste Schritt.
1. CS-Nutzung analysieren
Ermitteln Sie, welche CS-Funktionen tatsächlich genutzt werden. Denn entscheidend ist nicht nur, was das System grundsätzlich kann, sondern welche Funktionen im Tagesgeschäft tatsächlich verwendet werden.
2. Geschäftsprozesse betrachten
Dokumentieren Sie die wichtigsten Serviceprozesse aus Sicht der Fachbereiche. Erfassen Sie dazu die einzelnen Schritte, die ein Servicefall von der Meldung bis zur Abrechnung durchläuft.
3. Abhängigkeiten erfassen
Prüfen Sie, welche Systeme, Schnittstellen und Eigenentwicklungen mit SAP CS verbunden sind. In diesem Zusammenhang können beispielsweise SAP SD, SAP PM, SAP MM, SAP FI/CO, SAP CRM oder externe Anwendungen relevant sein.
4. Anforderungen für die Zukunft definieren
Nicht alle aktuellen Funktionen müssen zwingend unverändert übernommen werden. Klären Sie deshalb zunächst, welche Anforderungen Ihre Serviceorganisation in Zukunft tatsächlich haben wird.
5. Mögliche Zielbilder bewerten
Erst auf Basis dieser Informationen lässt sich beurteilen, welche Zielarchitektur zu Ihrem Unternehmen passt. Dabei sollten Sie unterschiedliche Varianten betrachten und diese anhand Ihrer Prozesse und Anforderungen bewerten.
Was passiert, wenn Unternehmen zu spät starten?
Das Ende der Nutzungsrechte bedeutet jedoch nicht, dass am 1. Januar 2031 automatisch ein technischer Schalter umgelegt wird und SAP CS nicht mehr startet. Genau darin liegt eine Gefahr: Ein technisch weiterhin laufendes System kann fälschlicherweise als langfristig nutzbar eingestuft werden.
Gleichzeitig benötigen Analyse, Zielbildentwicklung, Entscheidungen und die spätere Umsetzung Zeit. Je komplexer die bestehende CS-Landschaft ist, desto mehr Abhängigkeiten müssen berücksichtigt werden. Wer erst kurz vor dem Stichtag mit der Planung beginnt, hat entsprechend weniger Spielraum für Entscheidungen und deren Umsetzung.
Das Jahr 2030 sollte nicht als Startpunkt der Umstellung verstanden werden, sondern als Termin, auf den die Transformation ausgerichtet werden sollte. Die zusätzliche Zeit bis dahin können Unternehmen nutzen, um ihre aktuelle CS-Nutzung zu analysieren, Anforderungen zu definieren und mögliche Zielbilder zu bewerten. Dabei muss nicht bereits heute feststehen, welches System künftig alle Serviceprozesse übernimmt. Viel wichtiger ist es, jetzt die Grundlagen für Entscheidungen zu schaffen.

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Fazit: SAP CS 2030 sollte auf Ihrer Roadmap stehen
Das Wartungsende von SAP CS im Jahr 2030 ist kein Thema, das Unternehmen erst kurz vor dem Stichtag angehen sollten. Entscheidungen und erste Schritte müssen deutlich früher erfolgen: Wer heute Klarheit über die eigene CS-Nutzung schafft, erkennt frühzeitig, welche Prozesse, Daten und Systeme betroffen sind. So wird die Grundlage für eine fundierte Entscheidung über die zukünftige Servicearchitektur geschaffen. Dabei geht es nicht darum, SAP CS möglichst schnell durch ein anderes Produkt zu ersetzen, vielmehr ist entscheidend, wie Ihr Kundenservice künftig funktionieren soll. Die konkreten Abhängigkeiten, möglichen Zielarchitekturen und der Weg zur Migration verdienen deshalb eine eigene Betrachtung.
Sie möchten Ihre SAP-CS-Ablösung vorbereiten?

Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihre aktuelle SAP-CS-Nutzung transparent zu machen, die betroffenen Prozesse und Abhängigkeiten zu analysieren und mögliche Zielbilder zu bewerten. Gemeinsam betrachten wir, welche Funktionen aktuell genutzt werden, welche Anforderungen künftig bestehen und welche Ablösungsstrategie zu Ihrer SAP-Landschaft passt.
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Björn Lambertz
Fachbereichsleiter Maintcare
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